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05 Mai 2021

Cash.ch: Bitcoin versus Ether – Welche Kryptowährung hat die Nase vorn?

Yara Ainsworth

Yara Ainsworth

Head of Marketing und Communications bei Crypto Finance AG

Über den Autor

Quelle: cash.ch | Autor: Henning Hölder

Bitcoin versus Ether: Welche Kryptowährung hat die Nase vorn?

Die Kursrally der zweitgrössten Kryptowährung Ether stellt sogar den monatelangen Hype um den Krypto-König Bitcoin in den Schatten. Zwischen beiden Cyberdevisen gibt es aber deutliche Unterschiede.

Der jüngste Ether-Hype hat dazu geführt, dass die Kryptowährung ihren Marktanteil von zehn Prozent Anfang Jahr auf knapp 16 Prozent Anfang Mai ausweiten konnte. Bitcoins Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen schrumpfte im gleichen Zeitraum von 70 Prozent auf jetzt nur noch 46 Prozent. Schickt sich Ether als an, Bitcoin allmählich den Rang abzulaufen?

„Ich glaube gar nicht, dass sich Ether und Bitcoin wirklich konkurrieren. Beide Währungen haben komplett verschiedene ‚Use Cases'“, sagt Patrick Heusser vom Crypto-Asset-Dienstleister Crypto Finance im Gespräch mit cash. In der Tat ist Bitcoin im Gegensatz zu Ether in erster Linie als Wertspeicher konstruiert worden, weswegen die älteste Kryptowährung der Welt immer wieder als „digitales Gold“ bezeichnet wird. Bitcoin ist deflationär organisiert, es ist also ein knappes Gut. Von Beginn an wurde die Obergrenze auf 21 Millionen Coins gesetzt. Der letzte Bitcoin wird im Jahr 2041 geschürft werden.

Wertspeicher-Funktion versus «Smart Contracts»

Bei Ether wiederum handelt es sich um eine inflationäre Währung. An sich gibt es keine Grenze nach oben, es können theoretisch unendlich viele Coins hergestellt werden – ähnlich wie bei so genannten Fiat-Währungen wie dem Dollar oder dem Franken. Ether wird daher primär nicht als Wertspeicher genutzt. „Während Bitcoin ganz klar als Wertspeicher gesehen wird, stehen hinter dem Ethereum Netzwerk eine Vielzahl von Anwendungsfällen, also Möglichkeiten, wie man das Netzwerk benutzen kann“, sagt Heusser.

Hinter der Ether-Währung steht die Ethereum-Plattform, die man sich vereinfacht als eine Art Betriebssystem vorstellen kann. Über Ethereum können zahlreiche sogenannte „Smart Contracts“ – frei übersetzt etwa „digitale und selbstausführende Verträge“ – abgewickelt werden. Dabei kann es sich um die unterschiedlichsten Transaktionsgeschäfte oder Anwendungen (Apps) handeln. Ein einfach Beispiel: Sie bestellen online ein Konzertticket. Die Bestellung ist automatisch der Vertragsabschluss. Sobald die Zahlung (mit Ether-Währung) übermittelt worden ist, löst der Smart Contract automatisch die Lieferung des Tickets aus.

„‚Decentralized Finance‘ ist der beste Beweis, dass der Smart Contract eines der besten Werkzeuge ist, um Finanztransaktionen effizienter machen. Das macht aus Ethereum einen echten Nutzwert“, ist Heusser überzeugt. Mit „Defi“ wird das Ökosystem von Finanzanwendungen auf Basis der Blockchain-Technologie, wie etwa der Ethereum-Plattform, umschrieben. Heusser sieht hier „definitiv auch eine Gefahr“ für den traditionellen Finanzsektor.

Bitcoin oder Ether: Wo jetzt einsteigen?

Welches Krypto-Asset verspricht nun mehr Rendite für Anlegerinnen und Anleger? Sicher ist: Bei Kryptowährungen handelt es sich noch immer um hochspekulative Investments. Das Risiko eines Totalverlustes wird unterschiedlich hoch oder tief bewertet, doch jeder Anleger sollte dieses Szenario bei einem Investment immer im Hinterkopf behalten. Trotzdem spricht das hohe Chancen-Risiko-Verhältnis dafür, einen Teil seines Depots in Kryptowährungen zu halten.

Was also: Bitcoin oder Ether? „Sollte sich Bitcoin in den nächsten Monaten weiter in der Bandbreite zwischen 50’000 und 60’000 Dollar bewegen, sehe ich noch viel Aufwärtspotenzial für Ether“, sagt Heusser. Man könne beobachten, dass Anleger Geld aus Bitcoin zögen, um es in Ether anzulegen. Dies laufe aber nur so lange, bis Bitcoin wieder zum nächsten Kurssprung ansetze, glaubt Heusser. „Bitcoin ist noch immer der ‚King‘. Zieht der Bitcoin-Kurs an, kommen alle wieder zurück.“ Langfristig ist Heusser bei beiden Kryptowährungen positiv gestimmt.

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