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18 Juli 2019

Crypto Broker kommentiert: Libra als «Testfall»

Yara Ainsworth

Yara Ainsworth

Head of Marketing und Communications bei Crypto Finance AG

Über den Autor

Im Gespräch mit Patrick Heusser von Crypto Broker AG: Libra als «Testfall»

Diskussion über «Libra» schickt Bitcoin Richtung 9000 Dollar

Quelle: MSN Nachrichten/DE

Der Preis der Kryptowährung Bitcoin hat in den vergangenen Tagen stark nachgelassen. Begründet wird die Talfahrt bei Händlern mit politischen Bedenken gegenüber der von Facebook geplanten Einführung der Digitalwährung Libra.

Am Mittwochvormittag notierte der Bitcoin auf der europäischen Handelsplattform Bitstamp noch rund 9460 Dollar (8429 Euro), ein Minus von rund 27 Prozent in den letzten sieben Tagen. Die Marktkapitalisierung betrug damit noch knapp 170 Milliarden Dollar, nach 230 Milliarden Dollar vor Wochenfrist. Am Nachmittag setzte sie die Talfahrt fort, der Bitcoin-Preis fiel unter 9100 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit Mitte Juni. Den Grund für die jüngste Talfahrt verorten Marktbeobachter in der gestern Dienstag angesetzten Anhörung des obersten Libra-Verantwortlichen, David Marcus, vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Der Leiter des Projekts sah sich starken Bedenken seitens des Ausschusses hinsichtlich Datenschutz, Geldwäscherei und Terrorfinanzierung ausgesetzt.

Libra als «Testfall»

«Die Anhörung hat klar gezeigt, dass anfängliche Befürchtungen einer sehr harten Gangart gegenüber Libra sich bestätigen», sagt Patrick Heusser von Crypto Broker gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Die Einführung von Libra stehe auf der Kippe, wenn es den Verantwortlichen nicht gelänge die Zweifel der Politiker bis ins Detail auszuräumen.

«Ich glaube, dass die US-Politik Libra als «Testfall» nutzen wird, um eine Gesetzesgrundlage für Kryptowährungen und jede andere Form von digitalem Geld zu schaffen», lautet die Prognose von Heusser. Seiner Ansicht nach sei es gut möglich, dass digitale Vermögenswerte unter der Federführung der USA auch global in Sippenhaft genommen werden könnten.

Diese Entwicklungen seien zumindest kurzfristig sicherlich auch für den Bitcoin von Nachteil: «Insbesondere wenn US-Behörden beginnen, Unternehmen, die Kryptobörsen und Wallets betreiben, ins Visier zu nehmen, sieht es kurz- bis mittelfristig düster aus», resümiert Heusser. Im Kern sei der Bitcoin und die dahinterstehende Blockchain aber ein «ganz anderes Paar Schuhe» als Libra.

Dass die Preiskorrekturen nur kurzfristiger Natur sein könnten, sieht auch der Blockchain-Experte der Bank Frick ähnlich: «Nachdem der aufgewirbelte Staub um Libra verflogen ist, dürften die Preisschwankungen deutlich abnehmen», sagt Julien Hawle. Und nach dem rasanten Aufschwung der letzten Wochen könne eine Marktkorrektur durchaus gesund sein.

Deutlich pessimistischer zeigen sich die Marktkenner in Bezug auf den restlichen Kryptomarkt. Die grössten «alternativen» Blockchain-Währungen blieben schon während dem letzten Kursfeuerwerk des Bitcoin hinter der «Krypto-Leitwährung» zurück und fahren auch im Abwärtstrend deutlichere Verluste ein.

 

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