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19 Februar 2021

Finews: Bitcoin und Nachhaltigkeit: Geht das zusammen?

Yara Ainsworth

Yara Ainsworth

Head of Marketing und Communications bei Crypto Finance AG

Über den Autor

Quelle: Finews.ch | Autor: Samuel Gerber

Bitcoin und Nachhaltigkeit: Geht das zusammen?

Digitale wie auch nachhaltige Anlagen boomen. Gemeinsam bieten sie dem Schweizer Finanzplatz immense Chancen – dumm nur, das Bitcoin & Co schlimme Energiefresser sind. Oder gibt es Auswege?

Seit Tesla-Gründer Elon Musk 1,5 Milliarden Dollar an Firmengeldern in Bitcoin wechselte, gehen die Wogen hoch. Dass der Elektroauto-Pionier in eine digitale Währung investiert, deren Protokoll so viel Strom verbraucht wie die ganze Schweiz, halten Kritiker für unverzeihlich.

Sechs Wochen warten auf Krypto-Konto

Das ist ziemlich dick aufgetragen und sollte auch auf dem Schweizer Finanzplatz zu denken geben. Denn sowohl digitale Tokens und Coins wie nachhaltige Investments haben hier in den vergangenen Monaten massiv an Bedeutung gewonnen. So kletterte die wichtigste Kryptowährung Bitcoin dieser Tage über die 50’000-Dollar-Marke, was das Geschäft im hiesigen «Crypto Valley» explodieren lässt. Beim Broker Bitcoin Suisse müssen Neukunden nun bis zu sechs Woche warten, ehe sie ein Konto eröffnen können.

Gleichzeitig holt die Schweiz in weltweiten ESG-Rankings Bestnoten. Bis im Sommer 2020 kletterte das Volumen der von Schweizer Akteuren nachhaltig angelegten Vermögen zum Vorjahr um 62 Prozent auf 1’163 Milliarden Franken. 38 Prozent aller in der Schweiz gehandelten Fonds genügen nachhaltigen Standards. Sogar der weltgrösste Vermögensverwalter Blackrock spannt neu mit der Grossbank Credit Suisse (CS) zusammen, um Schweizer Nachhaltigkeits-Knowhow anzuzapfen.

«Ein riesiger Business-Case»

Eine direkte Brücke zu nachhaltigen Investment-Produkten – etwa «grünen» Anleihen und Emissionsrechten – und der Kryptowelt ist derweil noch nicht gebaut. Doch auch diesbezüglich gibt es in der Blockchain-Szene bereits erste Planspiele. Davon weiss Stijn Vander Straeten zu berichten, CEO der Storage-Infrastruktur und des Tokenisierungs-Geschäfts beim Schweizer Fintech Crypto Finance.

Er sieht in der Tokenisierung – der Übertragung von Wertrechten auf die digitale Blockchain – höchst interessante Anwendungen für nachhaltige Investments. «Mittels Smart Contracts liesse sich etwa eine digitale Anleihe so ausgestalten, dass ein Unternehmen mehr Coupon zahlt, wenn es gewisse Nachhaltigkeit-Standards nicht einhält.»

Allerdings, gibt Vander Straeten zu bedenken, bräuchte es dazu unabhängige Prüfstellen, die diese Standards festlegen und überwachen. Im ESG-Bereich, so der Experte weiter, sei dies heute generell ein Problem. Es mangle an anerkannten Regelwerken und Indizes, die zur Messlatte taugen. «Wenn diese aber einmal vorhanden sind, dann ist das ein riesiger Business-Case.»

Tokenisierung kurz vor dem Durchbruch

Hinter den Kulissen kommen die Arbeiten zur Tokenisierung herkömmlicher Wertschriften rasch voran, wie der Finanzmanager durchblicken lässt. So unterstützt Crypto Finance europäische Grossbanken bei Pilotprojekten; die Schweizer stellen dabei die Infrastruktur für die Verwahrung und Verwaltung der Wertschriften-Token. «In sechs bis 18 Monaten werden wir erste Produkte am Start sehen», ist Vander Straeten überzeugt.

«Die Zukunft wird sicher tokenisierte ESG-Finanzprodukte bringen», sagt Vander Straeten. «Allerdings sind beide Themen mit entsprechender Komplexität und regulatorischen Konsequenzen verbunden, was für die Finanzindustrie vor allem bedeutet: Es braucht mehr Zeit.»

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