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10 März 2020

Handelsblatt: Krise? Welche Krise? – Die Blockchain-Branche wittert Morgenluft

Yara Ainsworth

Yara Ainsworth

Head of Marketing und Communications bei Crypto Finance AG

Über den Autor

Quelle: Handelsblatt | Autor: Felix Holtermann

Krise? Welche Krise? – Die Blockchain-Branche wittert Morgenluft

Während an der realen Börse die Kurse taumeln, feiert sich die Bitcoin-Welt in Frankfurt. Endlich helfe der Staat der jungen Branche, so der Tenor.

Frankfurt. Bis zuletzt haben sie überlegt, die Konferenz abzusagen: Corona-Alarm auch auf dem Klassentreffen der deutschen Kryptobranche. Nun findet die «Crypto Assets Conference 2020» doch statt. Und während an den Weltbörsen die Kurse so stark taumeln wie zuletzt vor zehn Jahren, ist die Stimmung im lichtdurchfluteten Foyer der Frankfurt School of Finance an diesem Montag so gut wie lange nicht mehr. Über 600 Teilnehmer haben sich angemeldet, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Am Bitcoin kann es nicht liegen. Der Urvater der virtuellen Währungen gibt in Corona-Zeiten kein gutes Bild ab. Vom erträumten sicheren Hafen, vom «digitalen Gold», ist er meilenweit entfernt. Am Montag lag der Kurs knapp zehn Prozent im Minus bei rund 7.800 Dollar. Statt des Bitcoins ist in Frankfurt ein anderes Zauberwort in aller Munde: die sogenannte Tokenisierung.

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Ende der Krypto-Pubertät

«Die Blockchain-Welt ist erwachsen geworden», sagt Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center und Gastgeber der Konferenz. «Das Visionäre ist grösstenteils weggefallen, der Anspruch, die Welt zu erobern, verschwunden. Dafür arbeitet die Branche nüchterner an echten Umsetzungen.»

Ein Grund für den neuen Realismus ist das Handeln eines Akteurs, der in früheren Jahren noch von vielen Teilnehmern angefeindet wurde: der Staat. «Zunächst ging es darum, die Technologie auszuprobieren. Nun hat der Staat nachgezogen und Regulierung geliefert», erklärt Sandner. Die wichtigsten Meilensteine waren demnach die im Herbst vorgestellte deutsche Blockchain-Strategie, die zum 1. Januar geschaffene Kryptoverwahrlizenz sowie die Erarbeitung des Blockchain-Anleihe-Gesetzes, dessen Entwurf in den kommenden Wochen erwartet wird.

«Die Atmosphäre hat sich grundlegend verändert. Die staatlichen Initiativen haben viele Finanzakteure aufgescheucht. Plötzlich sehen die Banken, dass man sich in Deutschland mit der Blockchain beschäftigen kann, darf und soll», sagt Sandner.

Marc Bernegger vom Zürcher Vermögensverwalter Crypto Finance Group lobt den Ansatz. «Die Regelung der Kryptoverwahrung hat viel angestoßen, das ist gerade das heisseste Thema», sagt er. Nun flösse viel Geld nach Deutschland. Berlin sei zu Recht vorgeprescht, statt auf eine eventuelle einheitliche EU-Regulierung zu warten.

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